Warum Plesk als (Firmen-)Mailserver ungeeignet ist

Mailserver gehören zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln und somit zu einem sehr wichtigen Baustein im täglichen Geschäft. Immer mal wieder begegnen mir Kunden, die einen Plesk Server als Email-Server einsetzen. Jedoch schon das Abhandenkommen einer wichtigen Anfrage-Email kann zu hohen Einbußen führen.
Die folgenden Anforderungen sollten daher an einen Mailserver gestellt werden:

  • Hochverfügbarkeit (Redundanz)
  • Sicherheit und Verschlüsselung
  • Backups / Dokumentation
  • Spam-Schutz

Warum Plesk Webserver dies nicht abdecken können, möchte ich im folgenden erklären:

Die Plesk-Server-Struktur

Plesk ist ein Programm, das auf einem Server, meistens Linux (Ubuntu oder Debian), installiert wird. Es ist somit auf das Betriebssystem und dessen Aktualität und Sicherheit angewiesen. Die Betriebssysteme kommen jedoch nach einiger Zeit an ihre Support-Enden und müssen dann aktualisiert werden. Liest man sich Kommentare unter Artikeln durch wie diesem durch, sitzt man jedoch manchmal in der Virtual-Server-Falle, denn der Virtual Server ist oft vom Virtual Host abhängig. Ein reibungsloses Upgrade ist folglich oft nicht gegeben. Dies gefährdet auch die Anforderung der Hochverfügbarkeit, da während des Updates der Server nicht verfügbar ist, aber Mails teilweise zu den unterschiedlichsten Uhrzeiten gesendet und abgeholt werden müssen. Eine kurze Nicht-Erreichbarkeit für andere Mail-Server wäre noch zu verschmerzen, da diese die Emails für eine gewisse Zeitspanne vorhalten und es später noch einmal probieren. Das eigene Team der Firma jedoch wird dadurch blockiert.

Hochverfügbarkeit und Redundanz

Server müssen von Zeit zu Zeit gewartet werden. Technische Komplikationen und Stromausfälle können passieren und können das System für eine kurze aber auch längere Zeit lahmlegen. Ein Mail-Cluster, das die Daten automatisch auf andere Server spiegelt und auf diese umschaltet, ist von Vorteil. Plesk ist hierfür in der Regel nicht ausgelegt.

Sicherheit

Mails sollten niemals mitgelesen werden. Ein Email-Server ist von hohem Interesse für die Konkurrenz. Die Server ständig im Auge zu behalten und zu wissen, was auf diesen vor sich geht, ist praktisch unmöglich, da nicht jede IT-Firma entsprechende Spezialisten besitzt. Ein Outsourcing zum Mailserver-Anbieter seinen Vertrauens wäre von Vorteil, da sich dort das Wissen bündelt. Diese haben auch das entsprechende Wissen zur optimalen Einrichtung der Server vorrätig.

Backups und Dokumentation

Permanente Backups gehören eigentlich zum täglichen Geschäft. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass dies häufig nicht geschieht, sei es aus mangelnder Fürsorgepflicht, Bequemlichkeit oder mangelnden technischen Möglichkeiten. Eine komplette Maschine zu snapshotten schafft ein bisschen mehr Sicherheit, hat jedoch den Nachteil dass eventuelle Fehler in der Software mit weggespeichert werden und man nie den gewünschten Zustand (Kein technischer Fehler + Mails, die auch später noch angekommen sind) erreichen kann. Das Mail-System ist schließlich ein Live-System, das permanent mit neuen Daten gefüttert wird.

Auch müsste jedes Postfach einzeln am besten gesichert werden, um bei rechtlichen Problemen immer noch auf gelöschte Emails von vor Monaten zugreifen zu können. Komplette Backups ganzer Maschinen sind hierfür ungeeignet.

Spam Schutz

Ein effektiver Spam Schutz gehört eigentlich zu den Basics. Bei Plesk muss man sich diesen für ordentlich Geld dazukaufen. Nimmt man einen spezialisierten Mail-Hoster, ist dieser Schutz schon mit drin.

Sven Wappler

TYPO3 Experte, symfony, Magento, SEO, Frontend und Backend

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